Füllungsmaterialien


Füllungen werden immer dann notwendig, wenn durch Karies Teile des Zahnes zerstört wurden. Sie sollen die ursprüngliche Form und Funktion des Zahnes wiederherstellen und einer Neuentstehung von Karies vorbeugen. Der Zahnarzt entfernt mit geeigneten Bohrern und Instrumenten die Karies und präpariert den Zahn, um die Füllung einzubringen.

Man unterscheidet folgende Füllungsmaterialien:


Amalgam

Amalgam ist eine Legierung aus Quecksilber, Silber, Kupfer, Zinn und Zink, die seit ca. 150 Jahren als Füllungsmaterial eingesetzt wird.
Es zeichnet sich durch leichte Verarbeitung und hohe Haltbarkeit aus.
Durch oberflächliche Korrosion verfärbt sich das Material grau-schwarz, diese Korrosionsschicht wirkt an den Füllungsrändern bakteriostatisch und erschwert so den Mikroorganismen das Eindringen zwischen Füllung und Zahn; die Entstehung einer Randspaltkaries, die den Hauptgrund für den Austausch vorhandener Füllungen darstellt, wird so erschwert.
Über die Toxizität von Amalgam wird viel und kontrovers diskutiert, es gibt aber bis heute keinen eindeutigen Nachweis für eine Gesundheitsgefährdung durch dieses von den Amalgam-Gegnern als giftig benanntes Füllungsmaterial. Die Verträglichkeit von Amalgam ist jedoch extrem hoch, es sind derzeit weltweit erst ca. 50 Fälle bekannt, bei denen eine echte (allergologisch nachgewiesene) Amalgam-Allergie bestand.

Composit (Kunststoff)

Die heutigen Füllungsmaterialien bestehen nur zu etwa 40 % aus Kunststoff, der übrige Anteil besteht aus anorganischen Füllstoffen wie fein gemahlenem Quarz oder Keramik. Dieser anorganische Anteil sorgt für die Abriebfestigkeit des Materials und verringert die problematische Schrumpfung bei der Aushärtung, das nach wie vor größte Problem bei Kompositfüllungen.
Der große Vorteil dieses Materials liegt in der größtmöglichen Schonung der gesunden Zahnsubstanz auf Grund der "Verklebung" der Füllung mit dem Zahn.

Gold

Gold ist das älteste und mit Abstand bewährteste Füllungsmaterial in der Zahnmedizin. Unverträglichkeiten sind auch langfristig über Jahrzehnte keine bekannt, zudem lässt es sich sehr gut verarbeiten. Für Goldfüllungen (sog. Inlays) ist die Erstellung eines Abdrucks erforderlich, anhand dessen dann im Dental-Labor die Füllung erstellt wird. Deshalb ist bei dieser Füllmethode auch eine zweite Behandlungssitzung, bei der das Inlay eingesetzt wird, erforderlich.

Keramik

Keramik-Inlays sind die wohl ästhetisch beste Möglichkeit der Füllungstherapie, kein anderes Material kommt dem Aussehen des natürlichen Zahnes so nahe. Ihre Anfertigung und Eingliederung ist allerdings kompliziert, sie werden ebenfalls im Dental-Labor hergestellt und dann mit Hilfe der Adhäsivtechnik in den Zahn eingeklebt.
Mit diesem Material kann man auch verfärbte Frontzähne oder unschöne Lücken zwischen den Zähnen schließen ohne - wie bei einer Krone - den ganzen Zahn beschleifen zu müssen. Man fertigt dazu dünne Keramikschalen ( sog. Veneers) an, die dann adhäsiv auf die Zähne aufgeklebt werden.

Compomere und Glas-Ionomer-Zemente

Diese Materialien sind weniger abriebfest und druckstabil, daher sind sie nur für Milchzähne und Zahnhalsfüllungen geeignet. Für die Versorgung von Kauflächen bleibender Backenzähne sind sie nur als Provisorien für einen begrenzten Zeitraum geeignet.